Im Angelladen hängen Gummifische in fünfzig Farben. Ob ein Fisch den Unterschied zwischen „Motoroil“ und „Rootbeer“ überhaupt sieht, hängt davon ab, welche Sehzellen er hat, wie viel Licht ins Wasser fällt und wie trüb es ist.
Was im Auge passiert
Farbe sehen Fische mit Zapfen in der Netzhaut. Jeder Zapfentyp reagiert auf einen Bereich des Lichts. Wie viele Typen eine Art hat und wo sie liegen, unterscheidet sich stark:
| Art | Sieht gut | Sieht schlecht | Was meist funktioniert |
|---|---|---|---|
| Hecht | Grün, Rot, Orange | Blau, UV | Chartreuse, Naturdekor, Weiß |
| Zander | Grün, Orange, Kontrast im Dunkeln | Blau | Chartreuse, Orange |
| Barsch | Grün, Rot, Orange | Blau; nachts fast blind | Orange, Rot, Chartreuse |
| Bachforelle | fein abgestuft bis UV | – | Naturdekor, UV-aktive Muster |
| Dorsch | Blaugrün, sehr lichtempfindlich | Rot (in der Tiefe grau) | Grün, Weiß, Leuchtfarben |
Hecht, Zander und Barsch haben Zapfen für Grün und Rot bzw. Orange (Ali et al. 1977). Forellen, Äsche und viele Karpfenfische wie der Döbel haben vier Zapfentypen einschließlich UV und sehen das Spektrum feiner als wir.
Das Wasser filtert mit
Wasser schluckt Licht nicht gleichmäßig. Rot verschwindet zuerst, schon nach wenigen Metern sieht ein roter Köder grau aus. Blau und Grün dringen am tiefsten. In trübem, grünlichem Seewasser verschiebt sich das Licht zusätzlich ins Grüngelbe.
Daraus folgen drei Faustregeln:
- Flach und klar: Natürliche Dekors und dezente Farben. Der Fisch sieht genau hin.
- Trüb oder tief: Grelle Farben wie Chartreuse oder Firetiger, die im Grüngelben leuchten, und starke Kontraste.
- Nacht oder Neumond: Dunkle Silhouetten wie Schwarz oder Dunkelblau gegen den helleren Himmel, oder UV und Glow für Nacht und Tiefe.
Licht schlägt Farbe
Wichtiger als der genaue Farbton ist oft, wie sichtbar der Köder überhaupt ist. Ein Zander mit seiner Netzhaut für die Nacht erkennt in der Dämmerung vor allem Kontrast. Ein Hecht ist Sichtjäger und braucht Licht. Eine Bachforelle im klaren Bach sieht Unterschiede, die wir nicht sehen.
So wählt BiteButler die Farbe
BiteButler schlägt für jede Stunde eine Köderfarbe vor. Dafür verrechnet die App, welche Farben die Art sieht, wie viel Licht gerade da ist (Sonnenstand, Wolken, Mond) und wie trüb dein Gewässer ist. In der klaren Kiesgrube am Mittag kommt dann eher Naturdekor heraus, im trüben Fluss in der Abenddämmerung eher Chartreuse.
Die Farbsicht jeder Art steht auf den Artenseiten.
Quellen
- Ali, M. A., Ryder, R. A. & Anctil, M. (1977). Photoreceptors and visual pigments as related to behavioral responses and preferred habitats of perches and pikeperches. J. Fish. Res. Board Can. 34.
- Hawryshyn, C. W.: Arbeiten zum UV-Sehen von Forellen und anderen Salmoniden.