Der Zander gilt als launisch. Ein großer Teil dieser Launen lässt sich aber mit Licht erklären: Der Zander ist lichtscheu, und wann und wo er jagt, hängt stark davon ab, wie hell es unter Wasser ist. Hier steht, was Telemetriestudien dazu zeigen und was du daraus fürs Angeln ableiten kannst.
Wassertemperatur: breites Optimum
Der Zander kommt mit einem weiten Temperaturbereich zurecht. BiteButler rechnet mit einem Optimum von 14 bis 25 °C, fangbar ist er ab etwa 2 °C. In Messungen lag das thermische Optimum bei 10 bis 27 °C, der aerobe Spielraum war um 19 °C am größten (Frisk et al. 2012).
Für die Praxis heißt das: Im Sommer und Frühherbst passt das Wasser fast immer. Im Winter wird der Zander träger, frisst aber weiter. Er verdaut im kalten Wasser deutlich langsamer und braucht dann seltener eine Mahlzeit. Im warmen Wasser frisst er etwa täglich mittelgroße Fische (Koed 2001).
Wie sich andere Arten bei derselben Temperatur verhalten, siehst du auf den Seiten Angeln bei 14 Grad und Angeln bei 20 Grad. Mehr zum Zusammenhang allgemein steht unter Wassertemperatur und Beißverhalten.
Tageszeit: Dämmerung und Nacht
Das Aktivitätsmaximum liegt in der Dämmerung. In einem Fluss zeigte die Telemetrie ein klares Muster: tagsüber im tiefen Hauptstrom, in der Dämmerung aktiv, nachts in der Uferzone (Horký et al. 2008).
Der Grund ist sein Auge. Der Zander hat eine stäbchenreiche Netzhaut und ein Tapetum lucidum, eine lichtverstärkende Schicht im Auge (Ali et al. 1977). Er ist für die Nacht gebaut, nicht für grelles Mittagslicht.
Die Dämmerungszeiten für deinen Ort findest du unter Dämmerungszeiten und Beißzeiten heute. Warum gerade der Lichtwechsel so viel ausmacht, erklärt der Beitrag Angeln in der Dämmerung.
Trübes Wasser und Wolken
Weil der Zander das Licht meidet, verlängern trübes Wasser und bedeckter Himmel seine Beißzeit in den Tag hinein. Im Versuch fraß er bei Trübung unvermindert weiter (Ljunggren & Sandström 2007). Ein grauer Tag am angetrübten Fluss kann deshalb auch mittags gut sein.
Steigendes Wasser wertet BiteButler beim Zander positiv. Auch Wind und Regen gehen mit spürbarem Gewicht in die Prognose ein. Mehr dazu unter Trübes Wasser angeln und Angeln bei Regen.
Zum Mond gibt es für den Zander keine Studie, die einen Effekt auf den Fangerfolg zeigt. BiteButler bewertet die Mondphase deshalb beim Zander nicht. Hintergründe stehen im Beitrag Mond und Angeln.
Jahreszeit: Herbst vor Frühjahr
Über das Jahr gesehen sind September und Oktober die stärksten Monate, gefolgt vom Sommer und November. Am schwächsten sind Januar und Februar. Der April liegt sogar leicht unter dem März, in diese Zeit fällt die Laichzeit.
In Flüssen ziehen Zander im Herbst stromab zu ihren Fressplätzen, im Frühjahr stromauf zum Laichen (Koed et al. 2000, 2002). Gelaicht wird, sobald das Wasser auf etwa 12 °C steigt, meist zwischen April und Juni (Lappalainen et al. 2003).
| Zeitraum | Aktivität |
|---|---|
| Januar, Februar | am niedrigsten |
| März bis Mai | mittel, Laichzeit |
| Juni bis August | hoch |
| September, Oktober | am höchsten |
| November, Dezember | hoch bis mittel |
Den Verlauf für alle Arten zeigt der Fangkalender. Was im Herbst sonst noch geht, steht unter Angeln im Herbst.
Standplätze
Der Zander ist ein Grundfisch. Typische Plätze sind:
- Scharkanten
- tiefe Rinnen
- Steinpackungen
- Buhnenköpfe
- Hafenbecken
Tagsüber steht er eher tief, in der Dämmerung und nachts zieht er ins Flache, an die Kanten und Uferzonen.
Köder und Farben
- Kunstköder 7 bis 15 cm
- Köderfische 8 bis 15 cm
- Wurm: ein bis zwei Würmer am Haken
Größer ist beim Zander nicht automatisch besser. Zander wählen bei freier Wahl aktiv kleine Beute (Lappalainen et al. 2002), kleine und mittlere Zander ebenso (Specziár & Rezsu 2011). Mit der Länge des Zanders steigt zwar die Länge der Beute, das Verhältnis von Beute zu Räuber sinkt aber (Keskinen & Marjomäki 2004). Sehr große Beutefische sind die Ausnahme (Dörner et al. 2007). Im kalten Wasser schlägt BiteButler trotzdem eher das obere Ende der Spanne vor.
Bewährt hat sich der Gummifisch am Jighaken, langsam über Grund geführt. Bei den Farben sieht der Zander Chartreuse und Orange am besten, dazu Weiß. Blau nimmt er kaum wahr (Ali et al. 1977). Im Dunkeln zählt vor allem Kontrast. Mehr dazu unter Welche Köderfarbe? und Ködergröße wählen. Einen Vorschlag für dein Gewässer gibt der Köder-Berater.
Schonzeit
Die Schonzeit liegt typisch vom 1. April bis 31. Mai, unterscheidet sich aber je nach Bundesland. Auch Mindestmaße sind regional verschieden. Prüfe vor dem Angeln dein Landesfischereigesetz und die Gewässerordnung. Eine Übersicht gibt das Tool Schonzeiten.
So plant BiteButler den Zander
BiteButler berechnet für jede Stunde einen Aktivitätsindex von 0 bis 100. Beim Zander zählen dabei vor allem Licht und Dämmerung, die Wassertemperatur und die Jahreszeit. Trübung und Bewölkung verlängern das Zeitfenster in den Tag, steigendes Wasser hebt den Index.
Mit Premium bekommst du für jede Stunde zusätzlich einen Plan: wo du suchst, in welcher Tiefe, mit welcher Methode und welchem Köder, und wie du ihn führst. Welche Arten bei deinem Wasser gerade gut stehen, zeigt Welche Fische beißen. Den Vergleich zum anderen großen Raubfisch liest du unter Wann beißt der Hecht?.
Quellen
- Horký, P., Slavík, O. & Bartoš, L. (2008). A telemetry study on the diurnal distribution and activity of adult pikeperch in a riverine environment. Hydrobiologia 614.
- Frisk, M., Skov, P. V. & Steffensen, J. F. (2012). Thermal optimum for pikeperch and the use of ventilation frequency as a predictor of metabolic rate. Aquaculture 324–325.
- Lappalainen, J., Dörner, H. & Wysujack, K. (2003). Reproduction biology of pikeperch – a review. Ecol. Freshw. Fish 12.
- Koed, A. et al. (2000, 2002). Movements of adult pikeperch in a lowland river.
- Ljunggren, L. & Sandström, A. (2007). Influence of visual conditions on foraging and growth of juvenile fishes with dissimilar sensory physiology. J. Fish Biol. 70.
- Keskinen, T. & Marjomäki, T. J. (2004). Diet and prey size spectrum of pikeperch in lakes in central Finland. J. Fish Biol. 65.
- Dörner, H. et al. (2007). Size-dependent predator–prey relationships between pikeperch and their prey fish. Ecol. Freshw. Fish 16.
- Lappalainen, J., Dörner, H. & Wysujack, K. (2002). Prey size selection in piscivorous pikeperch includes active prey choice. Ecol. Freshw. Fish 11.
- Specziár, A. & Rezsu, E. T. (2011). Size-dependent prey selection in piscivorous pikeperch. J. Fish Biol. 79.
- Ali, M. A., Ryder, R. A. & Anctil, M. (1977). Photoreceptors and visual pigments as related to behavioral responses and preferred habitats of perches and pikeperches. J. Fish. Res. Board Can. 34.