Welches Ufer bläst der Wind an?
Der Wind schiebt Oberflächenwasser, Nahrung und Kleinfische ans Ufer, auf das er zuweht. Hol dir den Wind für deinen Ort oder stell die Richtung selbst ein.
Warum das angeblasene Ufer?
Wind treibt das warme Oberflächenwasser vor sich her und mit ihm Plankton, Insekten und Kleinfische. Am Ufer, auf das er zuweht, wird das Wasser unruhig und leicht trüb. Räuber jagen dort weniger vorsichtig. Beim Hecht gehörte kräftiger Wind in zwei Ganzsee-Experimenten zu den deutlichsten Effekten auf die Fangrate (Kuparinen et al. 2010; Arlinghaus et al. 2017).
Wie stark Wind je Art zählt
Stark: Hecht, Zander, Barsch, Karpfen, Dorsch, Meerforelle, Wolfsbarsch.
Mittel: Wels, Aal, Schleie, Brasse, Rotauge, Rotfeder, Döbel, Regenbogenforelle, Rapfen, Hering, Makrele, Hornhecht, Plattfisch.
Gering: Barbe, Bachforelle, Äsche, Quappe.
So gewichtet auch die App den Wind, je Art verschieden. Mehr dazu im Beitrag Angeln bei Wind: welches Ufer?
Ab kräftigem Wind gilt: Sicherheit geht vor. Im Boot Schwimmweste tragen, bei Sturm nicht aufs Wasser.
So benutzt du das Wind-Tool
- Such deinen Ort. Das Tool holt dann Windrichtung, Windstärke und Böen von gerade eben.
- Oder wähl die Windrichtung selbst, zum Beispiel aus dem Wetterbericht für morgen. Angegeben wird immer, woher der Wind kommt.
- Lies die Karte: Der Pfeil zeigt, wohin der Wind weht, das gelbe Ufer ist das angeblasene.
- Darunter steht, welche Arten besonders stark auf Wind reagieren. Für sie lohnt sich das angeblasene Ufer am meisten.
So wird gerechnet
Das angeblasene Ufer liegt der Windrichtung gegenüber. Bei Wind aus West ist es das Ostufer. Die Live-Daten kommen von Open-Meteo und gelten für 10 Meter über dem Boden.
Wie stark Wind zählt, ist je Art verschieden hinterlegt. Bei Räubern, die Kleinfischen folgen, ist der Einfluss groß, bei manchen Friedfischen gering. Mit denselben Werten rechnet die Prognose in der App.
Tipps für die Praxis
- Am angeblasenen Ufer wird das Wasser trüb. Nimm dort kräftigere Farben und Köder mit mehr Druck.
- Bei kaltem Frühjahrswind kann das windabgewandte, ruhige Ufer wärmer sein. Dann lohnt sich ein Test auf beiden Seiten.
- Mehr dazu im Beitrag Angeln bei Wind: welches Ufer?. Im Boot gilt bei kräftigem Wind immer: Schwimmweste tragen.
Häufige Fragen
Welches Ufer ist bei Wind besser zum Angeln?
Meist das angeblasene Ufer, auf das der Wind zuweht. Wind schiebt warmes Oberflächenwasser, Nahrung und Kleinfische dorthin und trübt das Wasser an. Raubfische wie Hecht und Zander folgen.
Was heißt „Wind aus West“?
Windrichtungen geben an, woher der Wind kommt. Wind aus West weht nach Osten, angeblasen ist dann das Ostufer.
Beißt der Hecht bei Wind besser?
In zwei Ganzsee-Experimenten gehörte kräftiger Wind zu den deutlichsten Effekten auf die Fangrate beim Hecht (Kuparinen et al. 2010; Arlinghaus et al. 2017).
Weitere Tools
Uferseite und Wurfrichtung für jede Stunde
Die App zeigt an deinem Gewässer, welches Ufer der Wind anbläst und wohin du werfen solltest.