Die Meerforelle ist der Fisch, für den viele Küstenangler im Frühjahr und Herbst ins Wasser steigen. Sie gilt als schwer zu finden, folgt aber recht klaren Regeln: Sie sucht Wasser mit passender Temperatur und jagt im Flachen, solange es ihr dort nicht zu warm wird. Hier steht, was Telemetriestudien dazu zeigen.
Wassertemperatur: kühl ist besser
Die Meerforelle ist ein Fisch des kühlen Wassers. BiteButler rechnet mit einem Optimum von 6 bis 14 °C. Im Laufe des Jahres folgt sie dieser Temperatur (Kristensen et al. 2018):
- Frühjahr: im flachen, sich erwärmenden Wasser
- Sommer: über 15 bis 16 °C Rückzug in tieferes, durchmischtes Wasser
- Winter: in geschützten Buchten und Fjorden, gefressen wird bis etwa 2 °C
Für die Praxis heißt das: Im Frühjahr lohnen sich flache Buchten, die sich schnell erwärmen. Im Sommer sind die kühlen Stunden am Morgen und Abend und tiefere Bereiche interessanter. Welche Arten bei deiner Wassertemperatur sonst noch gut stehen, zeigen Angeln bei 6 Grad, Angeln bei 10 Grad und Angeln bei 14 Grad. Mehr zum Thema steht unter Wassertemperatur und Beißverhalten.
Tageszeit und Tiefe
In ihrer Meeresphase ist die Meerforelle überwiegend tagaktiv. Sie taucht bei Tageslicht wiederholt zum Fressen ab und verbringt etwa zwei Drittel der Zeit in 0 bis 3 m Tiefe (Kristensen et al. 2018; Eldøy et al. 2017).
Gleichzeitig frisst sie gern in der Dämmerung, und der Tagesrhythmus ist bei ihr weniger streng als bei vielen anderen Arten. BiteButler gewichtet die Tageszeit bei der Meerforelle deshalb nur mäßig: Die Dämmerung bekommt einen Bonus, der helle Tag bleibt aber gut fangbar.
Die Zeiten für Sonnenauf- und -untergang an deinem Strand zeigt Dämmerungszeiten. Mehr dazu steht unter Angeln in der Dämmerung.
Wind: wichtiger als der Luftdruck
Oberflächentemperatur und Wind erklären die Aktivität der Meerforelle besser als der Luftdruck (Kristensen et al. 2018). BiteButler gewichtet Wind bei der Meerforelle deshalb hoch. Der Luftdruck spielt nur eine kleine Rolle. Mehr dazu im Beitrag Luftdruck und Beißverhalten.
Welches Ufer bei welchem Wind interessant ist, erklärt der Beitrag Angeln bei Wind. Für deinen Küstenabschnitt hilft das Tool Wind und Ufer. Sehr trübes Wasser bewertet BiteButler bei der Meerforelle schlechter, weil sie mit den Augen jagt. Mehr dazu unter Trübes Wasser angeln.
Jahreszeit: Frühjahr und Herbst
In BiteButler sind April und Oktober die stärksten Monate, März, September und November folgen knapp. Am schwächsten ist der Juli, auch Juni, August, Januar und Februar liegen niedriger.
Die Nahrung wechselt mit der Jahreszeit: Im Frühjahr fressen Meerforellen vor allem Borstenwürmer und Flohkrebse, im Herbst vor allem Fisch (Knutsen et al. 2006).
| Zeitraum | Aktivität |
|---|---|
| Januar, Februar | niedrig |
| März | hoch |
| April | am höchsten |
| Mai | hoch |
| Juni bis August | niedrig, Juli am niedrigsten |
| September, November | hoch |
| Oktober | am höchsten |
| Dezember | mittel |
Gelaicht wird in den Bächen und Flüssen bei fallender Temperatur ab etwa 9 °C, meist zwischen Oktober und Januar. Beachte deshalb: Im Herbst fällt die hohe Aktivität mit der Schonzeit für gefärbte Fische zusammen. Den Jahresverlauf aller Arten zeigt der Fangkalender, Tipps für die kalte Zeit gibt der Beitrag Angeln im Winter.
Standplätze
Typische Plätze an der Küste sind:
- Leopardengrund, also Sand mit Steinen und Krautflecken
- Krauttröge
- Riffkanten
- Strandbuchten
- Steilküsten
Im Frühjahr lohnt sich flaches Wasser, im Sommer eher Stellen, an denen tieferes Wasser nah ist.
Köder und Farben
- Kunstköder 6 bis 16 cm, etwa Blinker oder Wobbler
- Fliege: Hakengröße 4 bis 8
Die Meerforelle sieht wie die Bachforelle auch im UV-Bereich. Im Küstenwasser dominiert aber Blaugrün, Rot verliert schnell an Leuchtkraft. Naturdekor, Orange und Weiß sind deshalb eine gute Wahl. Mehr dazu unter Welche Köderfarbe? und Ködergröße wählen. Einen Vorschlag für deine Bedingungen gibt der Köder-Berater.
Tipp: Im Frühjahr fressen viele Meerforellen Wirbellose. Ein Köder vom unteren Ende der Spanne oder eine Fliege kann dann besser passen als ein großer Blinker.
Was du für einen Tag in der Wathose brauchst, stellst du mit der Packliste zusammen.
Schonzeit
Gefärbte Fische sind geschont. Die Schonzeit liegt typisch vom 1. Oktober bis 31. Dezember, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern regeln das aber unterschiedlich. Auch Mindestmaße weichen ab. Prüfe vor dem Angeln das Landesfischereigesetz und die Küstenfischereiverordnung deines Bundeslandes. Eine Übersicht gibt das Tool Schonzeiten.
So plant BiteButler die Meerforelle
BiteButler berechnet für jede Stunde einen Aktivitätsindex von 0 bis 100. Bei der Meerforelle zählen vor allem Wassertemperatur, Jahreszeit und Wind. Die Tageszeit hat weniger Gewicht als bei den meisten Süßwasserräubern, die Mondphase wird nicht bewertet.
Mit Premium bekommst du für jede Stunde zusätzlich einen Plan: wo du suchst, in welcher Tiefe, mit welcher Methode und welchem Köder, und wie du ihn führst. Welche Arten gerade gut stehen, zeigt Welche Fische beißen. Ihre Verwandten im Süßwasser behandelt der Beitrag Forelle und Äsche.
Quellen
- Kristensen, M. L., Righton, D., del Villar-Guerra, D., Baktoft, H. & Aarestrup, K. (2018). Temperature and depth preferences of adult sea trout during the marine migration phase. Mar. Ecol. Prog. Ser. 599.
- Eldøy, S. H. et al. (2017). Marine depth use of sea trout in fjord areas of central Norway. J. Fish Biol. 91.