Regen hält viele Angler zu Hause. Für manche Arten sind das die besten Stunden der Woche. Was Regen im Wasser verändert und welche Fische davon profitieren, hängt vor allem davon ab, ob du am See oder am Fluss stehst.
Was Regen im Wasser verändert
Regen wirkt auf mehreren Wegen zugleich:
- Licht: Wolken und Regentropfen auf der Oberfläche dämpfen das Licht unter Wasser. Lichtscheue Arten werden früher aktiv.
- Trübung: Regen spült Erde und Pflanzenreste ins Gewässer, Zuflüsse bringen trübes Wasser.
- Wasserstand und Strömung: Flüsse und Bäche steigen, die Strömung nimmt zu. Insekten und Kleintiere geraten in die Drift, an Ufern wird Nahrung freigespült.
Am See wirkt Regen vor allem über Licht und Trübung, am Fluss kommt der steigende Wasserstand hinzu.
Welche Arten von Regen profitieren
| Art | Reaktion auf Regen | Steigendes Wasser |
|---|---|---|
| Aal | sehr stark | günstig |
| Wels | stark | günstig |
| Barbe | stark | leicht steigend günstig |
| Zander, Karpfen, Döbel, Bachforelle | deutlich | günstig |
| Hecht, Schleie, Brasse, Regenbogenforelle | mittel | je nach Art |
| Barsch, Rotauge, Äsche, Quappe | gering | Äsche und Rotauge weichen aus |
| Rotfeder, Rapfen | kaum | neutral |
Die Tabelle gibt wieder, wie stark BiteButler Regen je Art gewichtet. Für Meeresfische spielt Regen eine kleinere Rolle, an der Küste zählen Wind und Strömung mehr.
Aal: der Regenfisch
Der Aal ist nachtaktiv und jagt mit Geruch und Tastsinn. Er profitiert von Trübung und steigendem Wasser. Bei bedecktem Himmel verlässt er seinen Unterstand früher als an klaren Abenden, am aktivsten ist er in der ersten Nachthälfte. Ein warmer Regenabend im Sommer ist deshalb die klassische Aalnacht. Beachte die Schonzeiten und Fangverbote: In Nord- und Ostsee ist die Freizeitfischerei auf Aal 2026 ganzjährig verboten, im Binnenland gelten Landesrecht und EU-Aalverordnung. Mehr unter Aal angeln: wann?.
Wels und Zander: weniger Licht, mehr Jagd
Der Wels jagt mit Barteln, Seitenlinie und Geschmack, Farbe und Licht sind für ihn zweitrangig. Trübes, steigendes Wasser kommt ihm entgegen. Vor einer scharfen Front, im schwülen Warmsektor, steigt seine Aktivität besonders deutlich. Mehr dazu unter Wels angeln: wann? und Luftdruck und Beißverhalten.
Beim Zander verlängern bedeckter Himmel und trübes Wasser die Beißzeit in den Tag. Ein verregneter Tag kann für ihn wie eine lange Dämmerung wirken.
Am Fluss: steigendes Wasser
Am Fluss ist der Wasserstand oft wichtiger als der Regen selbst. Leicht steigendes, angetrübtes Wasser gilt bei mehreren Arten als günstig:
- Die Barbe ist ein chemosensorischer Grundfisch und profitiert von Trübung und leicht steigendem Wasser. Sommerhochwasser verdriftet sie dagegen.
- Der Döbel mag leicht steigendes, angetrübtes Wasser. Bei Hochwasser zieht er sich in Stillwasser und Altarme zurück.
- Die Bachforelle profitiert vom Anstieg der Drift bei steigendem Wasser. Weil sie auf Sicht jagt, wird es bei starker Trübung schwieriger.
- Der Karpfen zieht bei Hochwasser in überflutete Auen (Jones & Stuart 2009).
Anders die Äsche: Sie ist sehr trübungsempfindlich, Hochwasser bedeutet für sie Ausweichen statt Fressen (Horká et al. 2015). Auch das Rotauge weicht steigendem Wasser in Stillbereiche aus.
Tipp: Bei starkem Hochwasser such die Fische dort, wohin sie ausweichen: in Buhnenfeldern, Kehrwassern, Hafeneinfahrten und Altarmen. Die Hauptströmung ist dann meist leer.
Sichtjäger und Regen
Für Arten, die vor allem auf Sicht jagen, bringt Regen wenig. Der Hornhecht bevorzugt klares Wasser, die Rotfeder und der Rapfen reagieren in BiteButler kaum auf Regen. Der Barsch jagt auf Sicht, kommt in trüben Seen aber über den ganzen Tag gut zurecht. Mehr zur Trübung steht unter Angeln bei trübem Wasser.
Bedeckter Himmel ohne Regen
Manchmal reicht schon die Wolkendecke. Viele Effekte, die Angler dem Regen zuschreiben, kommen vom gedämpften Licht. Der Aal schwärmt bei bedecktem Himmel früher aus, der Zander jagt länger in den Tag hinein. Ein grauer Tag ohne Niederschlag kann deshalb ähnlich gut sein wie ein Regentag, ohne dass der Fluss steigt oder trüb wird. Wie stark das Licht die Beißzeiten verschiebt, steht unter Angeln in der Dämmerung. Welches Ufer bei Wind angeblasen wird, zeigt das Tool Wind und Ufer.
Regen und Temperatur
Ein Sommerregen kühlt das Wasser kaum, ein kalter Herbstregen kann es dagegen spürbar abkühlen, vor allem in kleinen Gewässern und Bächen. Bei Arten, die schon nahe an ihrer unteren Grenze sind, kann das die Aktivität drücken. Kommt der Regen mit einer Kaltfront, zählt die Abkühlung meist mehr als der Regen selbst. Mehr dazu unter Wassertemperatur und Beißverhalten.
So rechnet BiteButler damit
BiteButler berechnet für jede Art und jede Stunde einen Aktivitätsindex von 0 bis 100. Regen geht je Art unterschiedlich ein: beim Aal stark, beim Hornhecht kaum. Ein steigender Wasserstand hebt den Index bei Arten wie Zander, Wels, Barbe, Döbel und Bachforelle. Eine Front mit Abkühlung zählt mehr als die Luftdrucktendenz, die die App nur gering gewichtet.
Für Premium-Nutzer plant BiteButler zusätzlich jede Stunde mit Wo, Tiefe, Methode, Köder und Wie, siehe Preise. Die Beißzeiten für deinen Ort zeigt Beißzeiten heute, was bei Regen in die Tasche gehört, die Packliste.
Quellen
- Jones, M. J. & Stuart, I. G. (2009). Lateral movement of common carp in a large lowland river and floodplain. Ecol. Freshw. Fish 18.
- Horká, P. et al. (2015). Radio-telemetry shows the importance of turbidity and discharge for grayling movement. J. Fish Biol. 86.