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Wels angeln: Wann beißt der Waller? Temperatur, Nacht und Wetter

Wann der Wels beißt: ab welcher Wassertemperatur er frisst, warum die Nacht zählt, wie Gewitterlagen und Regen wirken und welche Köder und Plätze passen.

Der Wels ist der größte Raubfisch in unseren Gewässern und gleichzeitig einer der wählerischsten, was Temperatur und Tageszeit angeht. Wer seine Ansitze nach Wassertemperatur, Nacht und Wetter plant, sitzt deutlich öfter zur richtigen Zeit am Wasser. Hier steht, was Telemetriestudien dazu zeigen.

Wassertemperatur: Warmwasserräuber

Der Wels braucht Wärme. Sein Optimum liegt bei 22 bis 27 °C. Unter 12 °C sinkt die Nahrungsaufnahme, bei etwa 7 °C endet sie (Copp et al. 2009). Darunter lohnt sich ein gezielter Welsansitz kaum. Damit startet der Wels deutlich später ins Jahr als Hecht oder Zander, die auch in kaltem Wasser fressen. Im Frühjahr sagt das Thermometer beim Wels mehr als der Kalender.

Ist es warm, frisst der Wels nachts große Portionen und verdaut sie über Tage. Bei 20 °C frisst er etwa alle zwei Tage, im kühlen Wasser nur alle paar Tage (Carol et al. 2007). Auch in der Hauptsaison gibt es deshalb Nächte, in denen ein satter Wels einfach nicht frisst.

Wie andere Arten bei denselben Temperaturen stehen, zeigen Angeln bei 12 Grad, Angeln bei 22 Grad und Angeln bei 26 Grad. Mehr zum Zusammenhang allgemein steht unter Wassertemperatur und Beißverhalten.

Tageszeit: die Nacht im Sommer

Im Sommer und Herbst ist der Wels nachtaktiv. In der Dämmerung steigt er vom Grund auf, jagt über Nacht und liegt tagsüber inaktiv am Grund. Das zeigte die Telemetrie in der Berounka (Slavík et al. 2007), und auch im Energieverbrauch fanden die Forschenden einen deutlichen Unterschied zwischen Tag und Nacht (Slavík & Horký 2012).

Im kühlen Wasser kehrt sich das um. Unter etwa 12 °C liegt die geringe Restaktivität im Frühjahr und Winter am Tag. BiteButler bildet das ab: Im warmen Wasser bekommen die Nachtstunden einen klaren Vorrang, im kalten Wasser die Tagesstunden, dann aber mit niedrigem Index. Wie sich Welse über Tag und Jahr bewegen, wurde auch am nördlichen Rand ihres Verbreitungsgebiets untersucht (Nyqvist et al. 2024).

Wann es bei dir dunkel wird, zeigen Dämmerungszeiten und Beißzeiten heute. Mehr zum Lichtwechsel steht unter Angeln in der Dämmerung.

Wetter: Gewitterlagen und Regen

Beim Wels zählt das Wetter mehr als bei den meisten anderen Arten. Vor einer scharfen Front, im schwülen Warmsektor, hebt BiteButler die Aktivität beim Wels besonders deutlich an. Eine Front mit Abkühlung wirkt dagegen stark dämpfend. Der Luftdruck selbst ist dabei nur der Hinweis auf die Front. Mehr dazu im Beitrag Luftdruck und Beißverhalten.

Regen gewichtet BiteButler beim Wels hoch, steigendes Wasser ebenfalls positiv. Trübes Wasser stört ihn nicht, BiteButler wertet Trübung beim Wels positiv. Wind spielt eine kleinere Rolle. Mehr dazu steht in Angeln bei Regen und Trübes Wasser angeln.

Zum Mond gibt es für den Wels keine belastbaren Studien. BiteButler bewertet die Mondphase beim Wels deshalb nicht, mehr dazu unter Mond und Angeln.

Jahreszeit: Juni bis September

Die stärksten Monate sind Juni bis September, der Oktober folgt knapp dahinter. Am schwächsten sind Dezember, Januar und Februar. Im Mai steigt die Aktivität deutlich an.

Gelaicht wird ab etwa 20 °C, meist zwischen Mai und Juli. Achte in dieser Zeit besonders auf die regionale Schonzeit.

Passende Monatsseiten: Angeln im Juni, Angeln im Juli, Angeln im August, Angeln im September. Den Jahresverlauf aller Arten zeigt der Fangkalender.

Standplätze

Tagsüber liegt der Wels am Grund in Deckung, nachts steigt er auf und jagt im warmen Wasser bis an die Oberfläche. Typische Plätze:

  • tiefe Löcher
  • Kolke unter Wehren
  • Totholz
  • Steinpackungen
  • Buhnenfelder

Köder und Farben

Der Wels jagt mit Barteln, Seitenlinie und Geschmack. Seine Augen sind klein, Farbe ist zweitrangig, Kontrast, Druck und Geruch zählen mehr. Wenn Kunstköder, dann eher dunkel oder in Chartreuse.

  • Kunstköder 12 bis 25 cm
  • Köderfische 15 bis 35 cm
  • Wurmbündel: 5 bis 15 Würmer
  • Boilies 24 bis 30 mm

Mehr zur Farbwahl unter Welche Köderfarbe?, zur Größe unter Ködergröße wählen. Einen Vorschlag für deine Bedingungen gibt der Köder-Berater.

Tipp: Welse sind groß und kräftig. Pack Gerät ein, das zum Fisch passt, und einen Plan, wie du ihn schonend versorgst oder zurücksetzt. Die Packliste hilft beim Zusammenstellen.

Schonzeit

Die Schonzeit für den Wels ist regional unterschiedlich. In einigen Bundesländern gilt zum Beispiel eine Schonzeit im Mai und Juni, in anderen gar keine. Auch Mindestmaße weichen ab. Prüfe dein Landesfischereigesetz und die Gewässerordnung. Eine Übersicht bietet das Tool Schonzeiten.

So plant BiteButler den Wels

BiteButler berechnet für jede Stunde einen Aktivitätsindex von 0 bis 100. Beim Wels zählen vor allem Wassertemperatur, Nacht, Jahreszeit und Wetterlage. Die Tageszeit gewichtet die App streng, der Wechsel zur Tagaktivität im kalten Wasser ist eingerechnet. Schwüle Vorfrontlagen, Regen und steigendes Wasser heben den Index.

Mit Premium bekommst du für jede Stunde zusätzlich einen Plan: wo du sitzt, in welcher Tiefe, mit welcher Methode und welchem Köder, und wie du ihn anbietest. Welche Arten bei deinem Wasser gerade gut stehen, zeigt Welche Fische beißen. Einen anderen nachtaktiven Räuber behandelt Wann beißt der Zander?.

Quellen

  • Copp, G. H. et al. (2009). Voracious invader or benign feline? A review of the environmental biology of European catfish. Fish Fish. 10.
  • Slavík, O., Horký, P., Bartoš, L., Kolářová, J. & Randák, T. (2007). Diurnal and seasonal behaviour of adult and juvenile European catfish as determined by radio-telemetry in the River Berounka. J. Fish Biol. 71.
  • Slavík, O. & Horký, P. (2012). Diel dualism in the energy consumption of the European catfish. J. Fish Biol. 81.
  • Nyqvist, D. et al. (2024). Seasonal and daily movement patterns by Wels catfish at the northern fringe of its distribution range. Fishes 9(7), 280.
  • Carol, J., Zamora, L. & García-Berthou, E. (2007). Preliminary telemetry data on the movement patterns and habitat use of European catfish in a reservoir. Ecol. Freshw. Fish 16.

Häufige Fragen

Ab welcher Wassertemperatur beißt der Wels?

Unter 12 °C sinkt die Nahrungsaufnahme des Welses, bei etwa 7 °C endet sie (Copp et al. 2009). Am aktivsten ist er bei 22 bis 27 °C.

Beißt der Wels nur nachts?

Im Sommer und Herbst jagt der Wels vor allem nachts und ruht tagsüber am Grund. Im kühlen Wasser verschiebt sich seine geringe Restaktivität dagegen in den Tag.

Wann ist Schonzeit für den Wels?

Das ist regional unterschiedlich. In einigen Bundesländern gilt etwa eine Schonzeit im Mai und Juni, in anderen keine. Maßgeblich sind dein Landesfischereigesetz und die Gewässerordnung.

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